Vorstände

Die Bereitschaft, ein Amt im Vereinsvorstand anzunehmen, war in der Gründerzeit sicher stärker ausgeprägt als heutzutage. Eine idealistische Grundhaltung, die enge Vereinsbindung, der Mangel an anderen Freizeitaktivitäten und anderes mehr dürften dazu beigetragen haben, dass die Mitglieder viel Zeit opferten, um neben anderen Arbeiten auch die mit der Vereinsführung verbundenen Aufgaben wahrzunehmen. Auf Grund kürzerer Amtsperioden – beispielsweise wurde bei „Göttingia“ der Vorstand alle sechs Monate neu gewählt – änderte sich die Zusammensetzung der Vorstände recht häufig. Die Kontinuität der Vorstandsarbeit dürfte darunter nicht gelitten haben, zumal die Namen vieler Mitglieder im Zusammenhang mit verschiedenen Vorstandsämtern oder sonstigen Funktionen immer wieder erscheinen.

Die Vorstände haben in all den Jahren ihre Aufgaben gewissenhaft erfüllt. Sehr viele sind durch ihre besonderen Leistungen in die Geschichte der SVG eingegangen. Es würde den Rahmen dieser Kurzbetrachtung sprengen, auf das Jahrzehntelange, vorbildliche Wirken dieser Persönlichkeiten im Einzelnen einzugehen. Deshalb an dieser Stelle nur einige Namen und Daten

Das im Rahmen des fünfzigjährigen Jubiläums aufgenommene Foto zeigt mit Georg Gundel (3. v.l.), Julius Lotze (4. v.l.), und Hermann Pingel drei Wegbereiter aus den allerersten Jahren.

Das im Rahmen des fünfzigjährigen Jubiläums aufgenommene Foto

Georg Gundel war bei der Gründung des Fußballklubs „Göttingia“ im Mai 1907 zum 1. Vorsitzenden gewählt worden. Beim Zusammenschluss zur Spielvereinigung im Jahr 1919 übernahm er das Amt des 2. Vorsitzenden. Julius Lotze wurde 1908 2. Vorsitzender bei „Göttingia“ und 1923 1. Vorsitzender der SVG. Es versteht sich von selbst, dass beide außerdem lange Jahre in verschiedenen anderen Funktionen tätig waren.

Hermann Pingel war 1909 als Kassierer in den Vorstand von „Sport 08“ und 1919 als Hauptkassierer in den Vorstand der SVG berufen worden. Später hat er sich auf die Funktion des „Platzkassierers“ konzentriert. Ihm wurde zu seinem 50jährigen Jubiläum als Kassierer im Jahr 1959 eine einmalige Ehre zuteil. In einem großen Fackelzug wurde er von seiner Wohnung in der Nikolaistraße zu der im Klubhaus vorbereiteten Feier begleitet.

Mit im Bild: Martin Saß (3.v.r.), 1. Vorsitzender der SVG von 1924 bis 1928 und von 1931 bis 1932, sowie der legendäre Heinrich „Mieze“ Messerschmidt (4.v.r.), der bis zum Beginn der fünfziger Jahre seine Schafe auf den Platz schickte, um den Rasen kurz zu halten.Um der Chronistenpflicht genüge zu tun, sind nachstehend die Vereinsvorsitzenden seit 1907 aufgelistet. Unklar ist, wer bei „Göttingia“ kurz vor dem 1. Weltkrieg Vorsitzender war. Die Lücke zwischen 1914 und 1918 ist dadurch zu erklären, dass während des Krieges von August 1914 bis Oktober 1918 der gesamte Fußball-Spielbetrieb ruhte.

"Göttingia"

von  1907 bis  1908 Georg Gundel
von  1908 ?
Otto Lemke

"Sport 08" von 1908 bis 1914 Friedrich Messerschmidt "Spielvereinigung" von 1919 bis 1923 Georg Hengst

von 1919 bis 1923 Georg Hengst
von 1923 bis 1924 Julius Lotze
von 1924 bis 1928 Martin Saß
von 1928 bis 1930 Th. Herold
von 1930 bis 1932 Martin Saß
von 1932 bis 1936 Fritz Hahne
von 1936 bis 1938 August Bergmann
von 1938 bis 1945 Eduard Pascholdt
von 1945 bis 1947 Fritz Hahne
von 1947 bis 1948 Ferd. Asmus
von 1949 bis 1960 Ernst Schoor
von 1960 bis 1962 Richard Köhler
von 1962 bis 1964 Walter Werner
von 1964 bis 1965 Kurt Kettenbeil
von 1965 bis 1969 Hermann Thiele
von 1969 bis 1985 Gerhard Bauer
von 1985 bis 1989 Hans Kerl
von 1989 bis 1990 Gerhard Bauer
von 1990 bis 1998 Heinz Doil
von 1998 bis 1999 Andreas Schormann (komm.)
von 1999 bis 2007 Hans Kerl

Man sieht, dass einige sich mehrmals für das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung gestellt haben. Mit insgesamt 17 Amtsjahren war der heutige Ehrenvorsitzende Gerhard Bauer am längsten in der Funktion des 1. Vorsitzenden tätig.

Zu ergänzen ist noch, dass viele SVGer, und zwar nicht nur Mitglieder des Vereinsvorstand, auf Kreis- und Bezirksebene in den Gremien der Sportverbände vertreten waren. Das gilt nicht nur für den Fußball, sondern auch für die Sparten Handball und Ringen. Dazu kamen Tätigkeiten im Kreissportbund und im Stadtrat. Sicher wurden auch bei der Wahrnehmung dieser Ehrenämter die Interessen der SVG angemessen vertreten.

In dieser Rückschau ist die in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren geleistete Vorstandsarbeit bewusst nicht näher betrachtet worden. Es soll den Amtsnachfolgern überlassen bleiben, diese Arbeit bei nächster Gelegenheit zu beleuchten und zu bewerten.

Es bleibt zu hoffen, dass die in den letzten Jahren bei der Besetzung von Vorstandsämtern  zu beobachtende Zurückhaltung der Mitglieder nicht Schule macht, sondern dass es stattdessen gelingt,  immer wieder Frauen und Männer zu gewinnen, die mit Begeisterung und Tatkraft den Verein in eine erfolgreiche Zukunft führen.