Ringen

Zu der 1946 gegründeten Schwerathletik-Abteilung gehörte neben dem Ringen zunächst auch das Gewichtheben. Diese Sparte hat sich als Wettkampfsportart jedoch nicht lange gehalten. Bereits seit Ende der vierziger Jahre war die Arbeit mit den Hanteln nur noch Teil des auch für die Ringer erforderlichen Krafttrainings.

Der Gründer und langjährige Abteilungsleiter (1946 bis 1972) Wilhelm Beck hat es verstanden, in kurzer Zeit eine Mannschaft aufzubauen, in der alle Gewichtsklassen gut besetzt waren. Dabei standen zunächst nur wenige erfahrene Kämpfer zur Verfügung. Die intensive Schulung der Nachwuchskräfte und einiger Sportler, die zunächst nur Fußball oder Handball gespielt hatten, führte schon bald dazu, dass die Mannschaft sowohl bei den Serienkämpfen als auch bei den vielen Meisterschaften beachtliche Erfolge erringen konnte.

Das nachstehende Foto zeigt neben dem Abteilungsleiter W. Beck, der nicht mehr aktiv war, die Mannschaft des Jahres 1952.

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Von links: W. Beck, E. Labude, A. Schrade, H. Brakel, E. Forcht, H.-J. Lange, R. Lange, H. Meier

Es ist unmöglich, alle Landesmeistertitel aufzuzählen, die von den hier abgebildeten und von den Kämpfern der folgenden Generationen errungen wurden. Dazu kamen Titel bei Norddeutschen Meisterschaften, die zur Teilnahme an den deutschen Meisterschaften berechtigten. Auch die dabei erzielten Platzierungen konnten sich sehen lassen. Ohne die Leistungen der anderen Ringer zu schmälern, sei hier nur an die Erfolge von Manfred Spohr in den sechziger Jahren und Klaus Reiter in den siebziger Jahren erinnert. Reiter war bei den deutschen Meisterschaften 1971 erst im Halbfinale dem „Kran aus Schifferstadt“, Wilfried Dietrich, unterlegen. Der spätere Olympiasieger Dietrich gewann damals seinen 27. nationalen Titel.

Schon bald nach der Abteilungsgründung haben die Ringer auch mit ausländischen Gegnern ihre Kräfte gemessen. Aus Reisen nach Dänemark, Schweden u.a. mit entsprechenden Gegenbesuchen ergaben sich langjährige Sportfreundschaften, die z.T. bis heute Bestand haben.

1972 löste Albert Schrade den Initiator W. Beck, der aus Altersgründen nicht mehr kandidierte, in der Abteilungsleitung ab. Der Übergang brachte keine Probleme, da die bewährten Stammkräfte als Organisatoren, Trainer, Kampfrichter usw. auch weiterhin zur Verfügung standen. Auch Hans-Peter Schröder, der 1974 die Abteilungsführung übernahm, konnte sich auf die weitere Mitarbeit der „Alten“ verlassen. Der Sportbetrieb lief kontinuierlich weiter. Gleichzeitig wurde die Jugendarbeit verstärkt. Auch hier waren viele Landestitel und Platzierungen bei deutschen Meisterschaften der verdiente Lohn.

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Das obenstehende Foto - aufgenommen bei den Norddeutschen Meisterschaften 1955 – zeigt Horst Meier (SVG) bei einer gelungenen Aktion im Kampf gegen den amtierenden Norddeutschen Meister Bordelier.

Über 50 Jahre später steht Horst Meier auch heute noch den jungen Ringerinnen und Ringern mit Rat und Tat zur SeiteDie erfolgreiche Jugendarbeit darf nicht darüber hinweg täuschen, dass es schon zu Beginn der neunziger Jahre immer schwieriger wurde, eine gut besetzte Seniorenmannschaft zu stellen. 1992 übernahm Alfons Koeppe die Abteilungsleitung. Er konnte noch bis zur Jahrtausendwende eine Seniorenmannschaft zu den Gruppenkämpfen anmelden. Danach konnten sich die Senioren nur noch bei Turnieren und Meisterschaften bewähren.

Da traf es sich gut , dass Georg Weber 1996 mit dem Aufbau einer Mädchenstaffel begonnen hatte. Nach und nach wurden die Mädchen für die Jungen zu einer echten Konkurrenz. Inzwischen geht die Mehrzahl der bei Meisterschaften und Turnieren gewonnenen Titel auf das Konto der Mädchen.


Gewinner des Mannschafts- und Wanderpokals bei den Landesmeisterschaften 2006. Hinten von links: Georg Weber, Joanne Bode, Christina Kalfa, Saskia Weber Vorn von links: Michelle Kröger, Katharina Kalfa, Samira Ben Rejeb

Aus gesundheitlichen Gründen musste Alfons Koeppe 2002 die Abteilungsleitung abgeben. Um die Abteilung Ringen zu erhalten, übernahm Georg Weber die Leitung, obwohl er zu dieser Zeit schon für den Trainingsbetrieb allein verantwortlich und zudem als Kampfrichter aktiv war. Inzwischen sind einige der von ihm angeleiteten Mädchen zu jungen Damen herangewachsen; sie haben nach entsprechenden Lehrgängen einen Teil der Trainingsarbeit übernommen. Man kann nur hoffen, dass auch bei den Jungen eine entsprechende Entwicklung einsetzt. An Bemühungen, die Sportart Ringen durch Vorführungen – z.B. im „Kaufpark“ – bekannter zu machen, hat es nicht gefehlt.

Der immer noch verbreitete Glaube, diese Sportart habe etwas mit einer Ringkampf genannten Balgerei auf dem Schulhof zu tun, lässt sich nur schwer ausrotten, ganz zu schweigen von der Konkurrenz der mit großem Werbeaufwand angepriesenen, schnelllebigen Trendsportarten.