Radsport

Nach der Einweihung des 1952 fertig gestellten B-Platzes wurde mit der Umgestaltung des A-Platzes und mit dem Bau der Radrennbahn begonnen. An den Bauarbeiten haben sich nicht nur die Mitglieder aller Abteilungen der SVG, sondern auch Mitglieder der anderen Göttinger Radsportvereine beteiligt. Bei der SVG gab es bis dahin nur wenige Radsportler.

Im Juli 1954, der Jubel über den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft war noch nicht verhallt, wurde die Bahn mit einer Reihe von Veranstaltungen eingeweiht. Dabei und auch in den folgenden Jahren waren immer wieder renommierte Fahrer am Start. Die Namen Potzernheim, Rintelmann, Pankoke und andere waren damals in aller Munde. Ein besonderes Spektakel war das erstmals 1955 ausgetragene Steherrennen. Mit über 70 km/h donnerten die schweren Maschinen über die Betonbahn. Die Teams mussten gut eingespielt sein, damit der im Windschatten des Schrittmachers fahrende Radsportler nicht "von der Rolle" kam.

Nach der Erfüllung einiger Sicherheitsauflagen kam es erst im Jubiläumsjahr 1957 zum nächsten Steherrennen, das wiederum eine große Zuschauerzahl in seinen Bann zog. Später wurden derartige Rennen hinter leichteren Maschinen ausgetragen.

Die Zahl der Radsportler wuchs. 1960 wurde deshalb eine eigenständige Abteilung unter der Leitung von Erich Maßmeyer gegründet. 1964 übernahm Arno Heinemann die Leitung der Radsport-Abteilung. Mit seinem Bruder Robert und einigen anderen hatte er schon etliche Erfolge erzielt. Dafür mussten die Fahrer oft weite Reisen in Kauf nehmen, natürlich auf eigene Kosten. Neben den eigenen Aktivitäten wurde die Jugendarbeit verstärkt. Auch hier blieben Erfolge nicht aus.

Leider wies die Bahn schon ab Mitte der sechziger Jahre einige Schäden auf, die mit Eigenmitteln nur unzureichend beseitigt werden konnten. Insbesondere in den Kurvenbereichen und an der Ostseite – hier hatten die Wurzeln der großen Pappeln ganze Arbeit geleistet – wurde die Benutzung der Bahn immer gefährlicher. Auch der Trainingsbetrieb musste deshalb für einige Jahre auf die Straßen verlegt werden. Bis auf die jährlich ausgetragenen Straßenrennen auf verschiedenen, jeweils abgesperrten Rundkursen konnten deshalb keine Radsportveranstaltungen durchgeführt werden.

Es dauerte bis 1974, ehe die mit einer Asphaltdecke versehene Bahn wieder in Betrieb genommen werden konnte. Ab sofort war wieder Leben auf der Bahn. Auch die Jugendlichen mussten sich nun nicht mehr den Risiken des Straßenverkehrs aussetzen. Inzwischen war die Begeisterung für den Radsport von Robert Heinemann sen. über Arno Heinemann auf Sohn Marco übergegangen. Er setzte die Tradition dieser bekannten Göttinger Radsportfamilie fort.

Nach etwa 12 Jahren zeigte die Bahn erneut einige Verfallserscheinungen. Zwar konnten die Bezirksmeisterschaften 1987 und 1988 noch durchgeführt werden. Ab 1990 war die Bahn jedoch nicht mehr radsporttauglich. Verschiedene Bemühungen, die Bahn zu reparieren oder zu erneuern, hatten keinen Erfolg. Es steht nach wie vor in den Sternen, wer die erheblichen Kosten für eine Grundsanierung tragen sollte.

Nachdem keine Aussicht mehr bestand, die Bahn wieder in Betrieb zu nehmen, war das Kapitel "Radsport bei der SVG" mit der Auflösung der Radsport-Abteilung 1993 nach rund 40 Jahren beendet.

Nach knapp 18 Jahren wurde dann 2010/2011 die TUSPO Radsportabteilung mit sehr viel Eigeninitiative und Engagement sowie namhafter Unterstützung aus Politik und einigen ebenfalls engagierten Sponsoren aktiv und erweckte die Radrennbahn zu neuem Leben. Die erfolgreiche Sanierung wurde anschließend mit einem großen Eröffnungsfest der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwischen der SVG als eigentlichem Pächter, der GoeSF und TUSPO wurde zum Zwecke des gegenseitigen Schutzes vor Verletzungsgefahren vereinbart, daß das SVG-Stadion Montags gänzlich den TUSPO-FahrerInnen zur Verfügung steht. Nicht-TUSPO-Mitglieder können die Radrennbahn in Absprache mit TUSPO ebenfalls nutzen (Montags).

Wir wünschen den RadrennfahrerInnen der TUSPO viele schöne Stunden und weiterhin viel Erfolg!