Radsport

Nach der Einweihung des 1952 fertig gestellten B-Platzes wurde mit der Umgestaltung des A-Platzes und mit dem Bau der Radrennbahn begonnen. An den Bauarbeiten haben sich nicht nur die Mitglieder aller Abteilungen der SVG, sondern auch Mitglieder der anderen Göttinger Radsportvereine beteiligt. Bei der SVG gab es bis dahin nur wenige Radsportler.

Im Juli 1954, der Jubel über den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft war noch nicht verhallt, wurde die Bahn mit einer Reihe von Veranstaltungen eingeweiht. Dabei und auch in den folgenden Jahren waren immer wieder renommierte Fahrer am Start. Die Namen Potzernheim, Rintelmann, Pankoke und andere waren damals in aller Munde. Ein besonderes Spektakel war das erstmals 1955 ausgetragene Steherrennen. Mit über 70 km/h donnerten die schweren Maschinen über die Betonbahn. Die Teams mussten gut eingespielt sein, damit der im Windschatten des Schrittmachers fahrende Radsportler nicht „von der Rolle“ kam.

Nach der Erfüllung einiger Sicherheitsauflagen kam es erst im Jubiläumsjahr 1957 zum nächsten Steherrennen, das wiederum eine große Zuschauerzahl in seinen Bann zog. Später wurden derartige Rennen hinter leichteren Maschinen ausgetragen.

Die Zahl der Radsportler wuchs. 1960 wurde deshalb eine eigenständige Abteilung unter der Leitung von Erich Maßmeyer gegründet. 1964 übernahm Arno Heinemann die Leitung der Radsport-Abteilung. Mit seinem Bruder Robert und einigen anderen hatte er schon etliche Erfolge erzielt. Dafür mussten die Fahrer oft weite Reisen in Kauf nehmen, natürlich auf eigene Kosten. Neben den eigenen Aktivitäten wurde die Jugendarbeit verstärkt. Auch hier blieben Erfolge nicht aus.

Leider wies die Bahn schon ab Mitte der sechziger Jahre einige Schäden auf, die mit Eigenmitteln nur unzureichend beseitigt werden konnten. Insbesondere in den Kurvenbereichen und an der Ostseite – hier hatten die Wurzeln der großen Pappeln ganze Arbeit geleistet – wurde die Benutzung der Bahn immer gefährlicher. Auch der Trainingsbetrieb musste deshalb für einige Jahre auf die Straßen verlegt werden. Bis auf die jährlich ausgetragenen Straßenrennen auf verschiedenen, jeweils abgesperrten Rundkursen konnten deshalb keine Radsportveranstaltungen durchgeführt werden.

Es dauerte bis 1974, ehe die mit einer Asphaltdecke versehene Bahn wieder in Betrieb genommen werden konnte. Ab sofort war wieder Leben auf der Bahn. Auch die Jugendlichen mussten sich nun nicht mehr den Risiken des Straßenverkehrs aussetzen. Inzwischen war die Begeisterung für den Radsport von Robert Heinemann sen. über Arno Heinemann auf Sohn Marco übergegangen. Er setzte die Tradition dieser bekannten Göttinger Radsportfamilie fort.

Nach etwa 12 Jahren zeigte die Bahn erneut einige Verfallserscheinungen. Zwar konnten die Bezirksmeisterschaften 1987 und 1988 noch durchgeführt werden. Ab 1990 war die Bahn jedoch nicht mehr radsporttauglich. Verschiedene Bemühungen, die Bahn zu reparieren oder zu erneuern, hatten keinen Erfolg. Es steht nach wie vor in den Sternen, wer die erheblichen Kosten für eine Grundsanierung tragen sollte.

Nachdem keine Aussicht mehr bestand, die Bahn wieder in Betrieb zu nehmen, war das Kapitel „Radsport bei der SVG“ mit der Auflösung der Radsport-Abteilung 1993 nach rund 40 Jahren beendet.

Rollsport

Für die meisten Mädchen, aber auch für etliche Jungen war das Rollschuhlaufen in den fünfziger Jahren eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Es mangelte allerdings an geeigneten Flächen für sportliche Wettkämpfe und die dafür notwendige Vorbereitung. Auch in den wenigen Sporthallen war es kaum möglich, Rollsport zu betreiben, weil die Bodenbeläge entweder ungeeignet oder den besonderen Beanspruchungen nicht gewachsen waren.

Für die Verantwortlichen der SVG war es daher nahe liegend, auf einer Freifläche neben dem B-Platz die Errichtung einer Rollschuhbahn zu planen. Gesagt, getan! Pünktlich zum fünfzigjährigen Jubiläum konnte die schmucke Terrazzobahn am 1. August 1957 eingeweiht werden. Unter der Leitung von Frau Karkosch wuchs die Abteilung schnell auf ca. 40 Mitglieder an. Das anspruchsvolle Trainingsprogramm trug schon nach relativ kurzer Zeit Früchte, sodass die Aktiven nicht nur bei heimischen Veranstaltungen, sondern auch auf Bezirks- und Landesebene ihr Können unter Beweis stellen konnten.

Vor einer der vielen Veranstaltungen – im Hintergrund sind die Stuhlreihen für die erwarteten Zuschauer zu erkennen - hat sich hier die Mädchenriege für das obligatorische Foto aufgestellt.

Einen sportlichen Leckerbissen konnten die zahlreichen Zuschauer erleben, als die Weltmeister im Paarlaufen bei einem Schaulaufen zu Gast waren. Rita Blumenberg und Werner Mensching aus Hannover begeisterten mit ihrer Weltmeisterkür das fachkundige Publikum.

Leider musste schon Ende der sechziger Jahre festgestellt werden, dass die Terrazzofläche immer mehr Schäden aufwies. Insbesondere im Bereich der Dehnungsfugen gab es gefährliche Stolperstellen, die eine weitere Benutzung der Bahn nach und nach unmöglich machten. Auch deshalb führte die Rollsportabteilung einige Jahre ein Dornröschendasein.

Erst Anfang 1974 wurde die Abteilung zu neuem Leben erweckt, als Albert Pewny die Führung übernommen hatte. Innerhalb eines Jahres standen wieder ca. 30 Läuferinnen und Läufer im Trainings- und Wettkampfbetrieb, der allerdings nur in der Halle durchgeführt werden konnte.

Die Bemühungen Pewnys, die Rollschuhbahn instand zusetzen oder zu erneuern, hatten zunächst keinen Erfolg. Als A. Pewny Ende 1976 Göttingen verließ, konnte mit Karin Lentge eine neue Abteilungsleiterin gewonnen werden, die sowohl die sportliche Arbeit als auch die Bemühungen um die Bahnerneuerung kontinuierlich fortsetzte. 1978 war es endlich soweit. Durch eine auf der alten Bahn errichtete Holzkonstruktion, die mit einem Sand-/Kies-Gemisch verfüllt und mit wetterfesten Platten verschraubt war, hatte man eine völlig neue Lauffläche geschaffen, die den Ansprüchen der Sportler voll und ganz gerecht wurde.

Diese praktisch neue Bahn wurde im Juni 1979 eingeweiht. Fortan konnte der Sportbetrieb zumindest im Sommerhalbjahr wieder auf einer bestens geeigneten Freifläche stattfinden. Die Freude über die neue Bahn währte allerdings nur ca. zehn Jahre. Im Zuge neuer Erkenntnisse über die Gesundheitsgefährdung durch Asbestfasern wurde auch eine Prüfung der asbesthaltigen Lauffläche durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass eine weitere Benutzung untersagt werden musste. Die nutzungsbedingte Freisetzung von Asbestfasern war einfach zu gefährlich. Die Platten wurden deshalb abgebaut und entsorgt. Einige Jahre später die Fläche zu einem Kleinspielfeld umgewandelt. Heute tummeln sich dort die jüngsten Fußballspieler/innen.

Der auf die Halle beschränkte Sportbetrieb wurde noch einige Jahre fortgesetzt. Nach dem Wohnsitzwechsel der Abteilungsleiterin Karin Lentge und durch die Abwanderung zu anderen Vereinen kamen die Aktivitäten jedoch bald zum Erliegen. Niemand kann vorhersagen, ob es eines Tages wieder eine Rollsportabteilung bei der SVG geben wird, der Traum von einer Freiluftbahn dürfte jedoch für eine sehr lange Zeit ausgeträumt sein.

American Football

Als die Footballer 1995 vom damals noch existenten 1. SC Göttingen 05 zur SVG gewechselt waren, hatte man sich bestimmt eine längere Zusammenarbeit vorgestellt. Die Sache ließ sich zunächst auch gut an. Da auf dem A-Platz pro Saison nur verhältnismäßig wenig Spiele ausgetragen wurden, hatten sich die Fußballmannschaften mit diesem zusätzlichen Nutzer ganz gut arrangiert, auch wenn so mancher Spieler durch das hinter den Fußballtoren errichtete „Gestänge“ beim Torschuss verunsichert war.

Zur ansonsten uneingeschränkten Akzeptanz trugen nicht nur die Footballspieler selbst, sondern auch ihre sehens- und hörenswerte Cheerleadergruppe bei. So manches Heimspiel wurde auf diese Weise zu einem fröhlichen Football-Fest.

Nachdem sich die Querelen in der Vereinsführung im Jahr 1998 auf alle Bereiche des Vereins negativ ausgewirkt hatten, war es letztlich nicht mehr möglich, die entstandenen Probleme zu lösen und wieder eine gemeinsame Basis zu finden. Folgerichtig kam es 1999 zur endgültigen Trennung. Der Versuch, bei der SVG eine neue – wenn auch vom Fußball nicht weit entfernte – Sportart auf Dauer zu etablieren, war damit gescheitert.

Handball

Über die ersten Schritte der Handball-Abteilung nach der Gründung durch Willi Görder und seinen Sohn Arthur im Jahre 1927 ist nicht viel bekannt. In einer "vereinsgeschichtlichen Betrachtung“ von 1929 hat Fritz Hahne, damals SVG-Geschäftsführer, dazu folgendes ausgeführt: „Die Handballabteilung der SVG ist noch recht jung. Wir konnten aber auch hier schon einen beachtlichen Fortschritt feststellen. Im Handball-Meisterschaftswettbewerb errangen wir den dritten Platz. Gerade der Handballsport hat eine Zukunft und es soll Vereinsaufgabe sein, an der Förderung dieses Sportes genügenden Anteil zu nehmen."

Offenbar hat man diese Worte beherzigt. Der Handball gewann in der SVG zunehmend an Bedeutung. Auch durch den Zugang von guten Spielern aus dem Inf.-Reg. 17 begünstigt hatte der Verein in den dreißiger Jahren eine der besten Handballmannschaften Südhannovers. Nach den Männern der ersten Stunde (Nörtemann, Hubensack, Mühlenstedt und andere) waren nun Berking, Mintenbeck, Bredemeyer, Meise, Ilse, Wilhelm, Utgenannt u.a. für die bei Verbands- und Gesellschaftsspielen erzielten Erfolge verantwortlich.

Auch im Handball gab es keine Winterpause. Wenn die Wetter- und Platzverhältnisse es irgendwie zuließen, wurde gespielt, auch wenn bei tiefem Boden das beim Feldhandball unerlässliche „Auftippen“ des Balles praktisch nicht möglich war. Bei widrigen Verhältnissen endeten manche Spiele deshalb nur mit 3 : 1 oder 3 : 2 Toren. Es galt der Grundsatz: Wenn eine Mannschaft angereist ist, soll auch gespielt werden. Es war ohnehin schwierig genug, immer die erforderlichen Transportmittel zu beschaffen.

Es liegt auf der Hand, dass auch die Handballer in den ersten Nachkriegsjahren mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Hauptsächlich den Bemühungen von Heinrich „WuZ“ Vollbrecht ist es zu verdanken, dass schon im Februar 1946 wieder eine Mannschaft antreten konnte. Das auf dem Uni-Sportplatz ausgetragene Spiel gegen TK 46 bestritten: O. Becker, W. Fischer, H. Köhne, H. Kramer, G. Lüdtke, W. Neumann, R. Mensch, C. Reichelt, K. Spönemann, W. Steingräber und H. Vollbrecht.

Der folgende Aufschwung wird durch die Meisterschaften und Aufstiege 1948 (Bezirksliga) und 1950 (Süd-Niedersachsenliga) belegt. 1950 waren dabei: Henze, Vollbrecht, Kock, Fritzsche, Jannot, Meißner, Brombach, Gaertych, Steingräber, Dr. Wagner, Neumann, Brakel, Knoche und Ehrhardt. Außerhalb des Spielfeldes traf man sich bei Wallbrecht und Zimmermann (daher stammt Heinrich Vollbrechts Beiname „WuZ“). Die in dieser Zeit entstandenen, über das sportliche Miteinander weit hinausgehenden Freundschaften führten später zur Bildung einer einzigartigen Gemeinschaft, dem Verein ehemaliger Handballer (intern VHH). Dieser Freundeskreis hat bis heute Bestand. Naturgemäß ist der Kreis kleiner geworden, die Mitglieder älter. Bei der jährlichen Zusammenkunft steht deshalb der Austausch von Erinnerungen in geselliger Runde im Vordergrund. Das früher traditionelle Spiel „SVG-alt“ gegen „SVG-noch nicht so alt“ fand zuletzt Mitte der achtziger Jahre statt.

Mit der Einführung der einteiligen Niedersachsenliga wurde die Mannschaft 1954 in die Bezirksliga zurückgestuft; sie konnte sich dort bis 1959 halten.

Ein besonderer Leckerbissen wurde dem Göttinger Publikum geboten, als anlässlich des 50jährigen Jubiläums der SVG der mehrfache deutsche Meister Hassee Winterbek (jetzt THW Kiel) zum Sandweg kam. Über 2.000 Zuschauer waren von der meisterlichen Handballdemonstration der Gäste mit ihrem Spielmacher Hein Dahlinger begeistert. Die SVG konnte zunächst mithalten, musste sich am Ende aber doch deutlich mit 11 : 21 geschlagen geben. Die Tore für die SVG erzielten: Göpel, Allwardt, Bertram, Tschaffon und Vollbrecht. Im Vorspiel standen sich die Frauenmannschaften der SVG und Göttingen 05 gegenüber. Die Mannschaft der SVG hatte sich gerade erst neu formiert, sodass die deutliche Niederlage gegen 05 nicht unerwartet kam.

Seit Mitte der fünfziger Jahre wurde auch im Hallenhandball um Punkte gespielt. Nach anfänglichen Erfolgen konnte die SVG zweimal hintereinander den Abstieg nicht vermeiden. Nachdem viele ältere Spieler aufgehört hatten, dauerte es einige Zeit, bis mit jüngeren Spielern die alte Spielstärke wieder erreicht werden konnte. Für den neuen Abteilungsleiter Werner Lotze war es daher nicht leicht, den bei den Herren und bei der Jugend gleichermaßen erforderlichen Neuaufbau zu organisieren. Es ging wieder aufwärts, als mit steigender Mitgliederzahl endlich eine zweite Herrenmannschaft gemeldet werden konnte.

1967 konnten die Herren im Feld und in der Halle wieder in der Bezirksliga spielen. Trainer war damals der Nationalspieler Felix Schmacke. 1969 wurde mit Platz zwei nur knapp der Aufstieg in die Oberliga verpasst. Auch in den folgenden Jahren waren die Herren in der Feldhandball-Bezirksliga immer oben dran, bis ab 1976 in Deutschland generell kein Feldhandball mehr gespielt wurde.

Die Übernahme der Jugendarbeit durch Gerhard Kohlstruck im Jahr 1965 machte sich schnell bezahlt. Der Aufstieg in die Bezirksleistungsklasse 1966 war ein schöner Erfolg. Allerdings fehlte die Breite. Es war kaum möglich, die beim Übergang in die nächste Altersstufe entstehenden Lücken durch Spieler der jüngeren Jahrgänge auszugleichen. Dieses Manko bestand auch in den folgenden Jahren. Punktuelle Erfolge und ein vorübergehender Anstieg der Mannschaftsmeldungen zu Beginn der achtziger Jahre können darüber nicht hinwegtäuschen. Am Engagement der vielen ehemaligen Spielerinnen und Spieler, die in der Abteilungsführung, als Trainer und Betreuer (manchmal auch alles gleichzeitig) tätig waren, hat es bestimmt nicht gelegen. Karl-Heinz Abel, Jürgen Lohs, Barbara und Reinhard Brix und viele andere haben sehr gute Arbeit geleistet. Ein Problem konnten sie nicht lösen: Bei der SVG drehte sich zunächst einmal alles um den Fußball. Alle anderen mussten erst einmal selbst zurechtkommen.

Bei den Damen lagen die Dinge etwas anders. Zumeist waren es nur Zeiträume von etwa fünf Jahren, in denen eine oder zwei Damenmannschaften spielten. Der Anfang wurde in den dreißiger Jahren gemacht. Über den damaligen Spielbetrieb ist allerdings nichts Näheres bekannt. Von 1956 bis 1961 hat wieder eine Damenmannschaft am Spielbetrieb teilgenommen. Obwohl die Mannschaft recht erfolgreich war, standen zum Schluss nicht mehr genug Spielerinnen zur Verfügung. Die Ausfälle durch Ortswechsel, Mutterschaft usw. konnten nicht kompensiert werden. 1966 gab es einen Neubeginn mit einer überwiegend aus Jugendlichen bestehenden Mannschaft. Da das Gros der Mannschaft einige Jahre zusammenhielt, blieben Erfolge nicht aus. Auch hier zeigte sich nach ca. fünf Jahren, dass man bei fehlendem Nachwuchs mit einem relativ kleinen Kader auf Dauer nicht bestehen kann.

1978 wurde wieder eine Damenmannschaft ins Leben gerufen. Einige Frauen und Freundinnen von Spielern der Herrenmannschaft waren mit von der Partie, sodass die Mannschaft in der gesamten Abteilung einen starken Rückhalt hatte. Nach zwei Aufstiegen wurde 1982 die Bezirksklasse erreicht. Die Chancen für eine positive Weiterentwicklung standen gut, weil die weibliche Jugend zu Beginn der achtziger mit zwei bzw. drei Mannschaften im Spielbetrieb standen. Damit hätten die aus früheren Jahren bekannten Nachwuchsprobleme nach und nach gelöst werden können. Es kam jedoch anders. Nach internen Unstimmigkeiten verließ fast die komplette Damenmannschaft den Verein und wechselte zur Konkurrenz. Danach hat es für die Meldung einer Damenmannschaft nicht mehr gereicht.

Nachdem die Herrenmannschaft in die Niederungen des Kreises abgerutscht war, wurde mit der Verpflichtung des Trainers Reinhard Vollbrecht 1981 der Versuch gestartet, nach und nach zu alter Spielstärke zurückzufinden. Danach ging es zwar leicht nach oben, ein Durchbruch in die Richtung höherer Spielklassen gelang jedoch bis in die späten achtziger Jahre nicht. Danach war wieder ein Abwärtstrend festzustellen. Der Versuch, die entstandenen Probleme durch eine Spielgemeinschaft mit Tuspo Göttingen zu lösen, scheiterte. Seit 1992 findet Handball in Göttingen ohne eine Mannschaft der SVG statt.

Das letzte wirkliche Highlight der SVG-Handballer liegt schon 25 Jahre zurück. Zum 75jährigen Vereinsjubiläum konnte 1982 der Bundesligist Grün-Weiß Dankersen nach Göttingen verpflichtet werden.

Leichtathletik

Schon Mitte der zwanziger Jahre haben Fußballspieler der SVG an leichtathletischen Wettkämpfen teilgenommen. Man vertrat damals die Auffassung, dass sich die Fußballspieler auch durch leichtathletische Übungen körperlich weiterentwickeln sollten. Auch nach der Gründung einer eigenständigen Abteilung gegen Ende der zwanziger Jahre kam die Sache nicht so recht in Schwung. Auch in den dreißiger Jahren konnte sich die Leichtathletik bei der SVG nicht so recht durchsetzen. Häufig waren es wohl Fußball- und Handballspieler, die nebenbei auch leichtathletische Wettkämpe bestritten. Nach dem 2. Weltkrieg gab es keinen Versuch, erneut eine Leichtathletik-Abteilung zu gründen.

Es gab sie wirklich: Leichtathleten bei der SVG. Das nebenstehende Foto stammt aus dem Nachlass von Walter Hubensack, der seit der Gründerzeit viele Jahre als Fußball- und Handballspieler aktiv war.Es gab sie wirklich: Leichtathleten

Tischtennis und Hockey

Von beiden Sportarten ist nur bekannt, dass es in den dreißiger Jahren entsprechende Abteilungen gab, mit regelmäßigem Trainings- und Wettkampfbetrieb.

Boxen

Auch für den Boxsport gab es in den dreißiger Jahren bei der SVG eine eigene Abteilung. Ganz allgemein war diese Sportart damals in Deutschland stärker verbreitet als heute. Über die Aktivitäten der SVG-Boxer sind aus dieser Zeit jedoch keine Aufzeichnungen vorhanden.

Knapp 50 Jahre später gab es ab 1987 wieder eine Boxsport-Abteilung. Fast eine komplette Boxstaffel war von Göttingen 05 zur SVG gewechselt. Zusammen mit einigen reaktivierten Kämpfern standen nach einiger Zeit ca. 15 Aktive im Training. Auch wenn nicht alle Gewichtsklassen besetzt werden konnten, wurden doch etliche Wettkämpfe bestritten und zwei größere Veranstaltungen in Göttingen organisiert.

Ausgelöst durch einige Unregelmäßigkeiten sah sich der Vorstand im Jahre 1990 veranlasst, diese Abteilung nach nur dreijährigem Bestehen wieder aufzulösen.

Karate

Nur ein kurzes Gastspiel gaben die Karateka in den neunziger Jahren. Die mit großem Elan gestartete Gruppe löste sich schnell wieder auf, als der sportliche Leiter nicht mehr zur Verfügung stand.

Gymnastik

Seit jeher ist die Gymnastik eine Domäne der Frauen. Dies` war bei der SVG nicht anders, als 1982 eine Gymnastik-Abteilung gegründet wurde. Erste Leiterin war Hella Vollbrecht. Unter fachlicher Anleitung nahmen regelmäßig zehn bis fünfzehn Frauen an den wöchentlichen Übungsstunden teil. Ende 1988 übernahm Elisabeth Liehr die Abteilungs-leitung. Nach gesundheits- und altersbedingtem Ausscheiden einiger Mitglieder wurde die Gruppe 1993 zu klein. Es war daher nicht mehr vertretbar, eine Hallenzeit zu beantragen.

Basketball

Erst 1938 wurde das Basketballspiel in Göttingen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Auf dem Jahnplatz und in zwei Turnhallen (Bürgerstraße und Böttinger Straße) wurden entsprechende Spielgeräte aufgestellt. Nachdem es Ende Oktober 1938 bereits einen Vortrag und eine Lehrvorführung gegeben hatte, führte Reichstrainer Hugo Morero im Januar 1939 einen fünftägigen Lehrgang durch. Eine der sechs Mannschaften, die zum Abschluss des Lehrgangs ein Turnier spielten, stellte die SVG.

Noch im Frühjahr 1939 wurde eine richtige Spielrunde ausgetragen, an der sich der Polizei-Sportverein, 05, die Turnerschaft 1846 und die SVG beteiligten. Sieger wurde die Turnerschaft 1846. Die Mannschaft der SVG setzte sich aus Spielern der Fußball- und Handballmannschaften zusammen. Eine Basketballabteilung gab es nicht.

Durch den Kriegsbeginn im Herbst 1939 gab es eine einjährige Spielpause. An der ab Januar 1941 ausgespielten Stadtmeisterschaft nahmen schon acht Mannschaften teil. Die SVG gewann ihre Gruppenspiele und auch das Endspiel gegen die AVA; sie war damit Stadtmeister und Gewinner des vom Oberbürgermeister gestifteten Pokals. Ein Jahr später haben sechs Mannschaften an der Stadtmeisterschaft teilgenommen. Erneut standen sich im Endspiel die SVG und die AVA gegenüber. Diesmal gewann die AVA vor rund 400 Zuschauern den Titel.

Auf Grund der Kriegsereignisse wurde der Spielbetrieb im Winterhalbjahr 1942/43 eingestellt. Es ist nicht bekannt, wann die SVG-Spieler nach dem Krieg wieder mit dem Basketball begonnen haben. Ebenso lässt sich den zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht entnehmen, nach welchem Modus im Jahre 1947 der Niedersachsenmeister ermittelt wurde. Fest steht aber, dass die Spielvereinigung Göttingen als „Meister von Niedersachsen“ an der vom 14. bis 16. November 1947 in Darmstadt durchgeführten Deutschen Basketballmeisterschaft teilgenommen hat. Da über dieses Ereignis in der SVG-Historie bisher nicht berichtet wurde, hier einige Einzelheiten aus dem Programmheft:

An der Meisterschaft haben acht Mannschaften teilgenommen. In den Gruppenspielen musste die SVG gegen M.T.S.V. Schwabing München, S.V. Prag Stuttgart und Bad Kreuznach antreten. Mannschaftsleiter war Ferdinand Asmus, damals 1. Vorsitzender der SVG. Dem Aufgebot mit Emil Göing, Thomas Berron, Wilhelm Grimm, Hans Heidecker, Lothar Knaak, Heinz Noltemeier, Walter Ostmann, Willi Scheffler, Rolf Westernhagen und Diether Wurr ist zu entnehmen, dass sich die SVG mit einigen Spielern anderer Göttinger Vereine verstärkt hatte. Trotzdem konnte nur eines von drei Gruppenspielen gewonnen werden, sodass die SVG als Gruppendritter nicht in die Endrunde kam. Das Endspiel gewann Schwabing München gegen Hamburg.

Einem Bericht über die Anfänge des Basketballspiels in Göttingen von August Schütte (Ehrenvorsitzender des Stadtsportbundes und des ASC Göttingen) ist zu entnehmen, dass bis 1942 folgende Spieler bei der SVG auch im Basketball aktiv waren: Poppe, Algermissen, Koch, Messerschmidt, Westernhagen, Berron, Becker, Wedemeier, Oelsen, Fischer, Knüppel, Säume. Etliche dieser Namen lassen sich auch heute noch den damaligen Handball- und Fußball-mannschaften zuordnen. Auch später waren Aktivitäten in mehreren Sparten durchaus üblich. Diese Tatsache allein dürfte somit nicht der Grund für das plötzliche Ende des Basketballspiels bei der SVG gewesen sein. Sei es wie es sei: eine schöne Erinnerung ist es allemal.

Radsport

Nach der Einweihung des 1952 fertig gestellten B-Platzes wurde mit der Umgestaltung des A-Platzes und mit dem Bau der Radrennbahn begonnen. An den Bauarbeiten haben sich nicht nur die Mitglieder aller Abteilungen der SVG, sondern auch Mitglieder der anderen Göttinger Radsportvereine beteiligt. Bei der SVG gab es bis dahin nur wenige Radsportler.

Im Juli 1954, der Jubel über den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft war noch nicht verhallt, wurde die Bahn mit einer Reihe von Veranstaltungen eingeweiht. Dabei und auch in den folgenden Jahren waren immer wieder renommierte Fahrer am Start. Die Namen Potzernheim, Rintelmann, Pankoke und andere waren damals in aller Munde. Ein besonderes Spektakel war das erstmals 1955 ausgetragene Steherrennen. Mit über 70 km/h donnerten die schweren Maschinen über die Betonbahn. Die Teams mussten gut eingespielt sein, damit der im Windschatten des Schrittmachers fahrende Radsportler nicht „von der Rolle“ kam.

Nach der Erfüllung einiger Sicherheitsauflagen kam es erst im Jubiläumsjahr 1957 zum nächsten Steherrennen, das wiederum eine große Zuschauerzahl in seinen Bann zog. Später wurden derartige Rennen hinter leichteren Maschinen ausgetragen.

Die Zahl der Radsportler wuchs. 1960 wurde deshalb eine eigenständige Abteilung unter der Leitung von Erich Maßmeyer gegründet. 1964 übernahm Arno Heinemann die Leitung der Radsport-Abteilung. Mit seinem Bruder Robert und einigen anderen hatte er schon etliche Erfolge erzielt. Dafür mussten die Fahrer oft weite Reisen in Kauf nehmen, natürlich auf eigene Kosten. Neben den eigenen Aktivitäten wurde die Jugendarbeit verstärkt. Auch hier blieben Erfolge nicht aus.

Leider wies die Bahn schon ab Mitte der sechziger Jahre einige Schäden auf, die mit Eigenmitteln nur unzureichend beseitigt werden konnten. Insbesondere in den Kurvenbereichen und an der Ostseite – hier hatten die Wurzeln der großen Pappeln ganze Arbeit geleistet – wurde die Benutzung der Bahn immer gefährlicher. Auch der Trainingsbetrieb musste deshalb für einige Jahre auf die Straßen verlegt werden. Bis auf die jährlich ausgetragenen Straßenrennen auf verschiedenen, jeweils abgesperrten Rundkursen konnten deshalb keine Radsportveranstaltungen durchgeführt werden.

Es dauerte bis 1974, ehe die mit einer Asphaltdecke versehene Bahn wieder in Betrieb genommen werden konnte. Ab sofort war wieder Leben auf der Bahn. Auch die Jugendlichen mussten sich nun nicht mehr den Risiken des Straßenverkehrs aussetzen. Inzwischen war die Begeisterung für den Radsport von Robert Heinemann sen. über Arno Heinemann auf Sohn Marco übergegangen. Er setzte die Tradition dieser bekannten Göttinger Radsportfamilie fort.

Nach etwa 12 Jahren zeigte die Bahn erneut einige Verfallserscheinungen. Zwar konnten die Bezirksmeisterschaften 1987 und 1988 noch durchgeführt werden. Ab 1990 war die Bahn jedoch nicht mehr radsporttauglich. Verschiedene Bemühungen, die Bahn zu reparieren oder zu erneuern, hatten keinen Erfolg. Es steht nach wie vor in den Sternen, wer die erheblichen Kosten für eine Grundsanierung tragen sollte.

Nachdem keine Aussicht mehr bestand, die Bahn wieder in Betrieb zu nehmen, war das Kapitel „Radsport bei der SVG“ mit der Auflösung der Radsport-Abteilung 1993 nach rund 40 Jahren beendet.

Rollsport

Für die meisten Mädchen, aber auch für etliche Jungen war das Rollschuhlaufen in den fünfziger Jahren eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Es mangelte allerdings an geeigneten Flächen für sportliche Wettkämpfe und die dafür notwendige Vorbereitung. Auch in den wenigen Sporthallen war es kaum möglich, Rollsport zu betreiben, weil die Bodenbeläge entweder ungeeignet oder den besonderen Beanspruchungen nicht gewachsen waren.

Für die Verantwortlichen der SVG war es daher nahe liegend, auf einer Freifläche neben dem B-Platz die Errichtung einer Rollschuhbahn zu planen. Gesagt, getan! Pünktlich zum fünfzigjährigen Jubiläum konnte die schmucke Terrazzobahn am 1. August 1957 eingeweiht werden. Unter der Leitung von Frau Karkosch wuchs die Abteilung schnell auf ca. 40 Mitglieder an. Das anspruchsvolle Trainingsprogramm trug schon nach relativ kurzer Zeit Früchte, sodass die Aktiven nicht nur bei heimischen Veranstaltungen, sondern auch auf Bezirks- und Landesebene ihr Können unter Beweis stellen konnten.

Vor einer der vielen Veranstaltungen – im Hintergrund sind die Stuhlreihen für die erwarteten Zuschauer zu erkennen - hat sich hier die Mädchenriege für das obligatorische Foto aufgestellt.

Einen sportlichen Leckerbissen konnten die zahlreichen Zuschauer erleben, als die Weltmeister im Paarlaufen bei einem Schaulaufen zu Gast waren. Rita Blumenberg und Werner Mensching aus Hannover begeisterten mit ihrer Weltmeisterkür das fachkundige Publikum.

Leider musste schon Ende der sechziger Jahre festgestellt werden, dass die Terrazzofläche immer mehr Schäden aufwies. Insbesondere im Bereich der Dehnungsfugen gab es gefährliche Stolperstellen, die eine weitere Benutzung der Bahn nach und nach unmöglich machten. Auch deshalb führte die Rollsportabteilung einige Jahre ein Dornröschendasein.

Erst Anfang 1974 wurde die Abteilung zu neuem Leben erweckt, als Albert Pewny die Führung übernommen hatte. Innerhalb eines Jahres standen wieder ca. 30 Läuferinnen und Läufer im Trainings- und Wettkampfbetrieb, der allerdings nur in der Halle durchgeführt werden konnte.

Die Bemühungen Pewnys, die Rollschuhbahn instand zusetzen oder zu erneuern, hatten zunächst keinen Erfolg. Als A. Pewny Ende 1976 Göttingen verließ, konnte mit Karin Lentge eine neue Abteilungsleiterin gewonnen werden, die sowohl die sportliche Arbeit als auch die Bemühungen um die Bahnerneuerung kontinuierlich fortsetzte. 1978 war es endlich soweit. Durch eine auf der alten Bahn errichtete Holzkonstruktion, die mit einem Sand-/Kies-Gemisch verfüllt und mit wetterfesten Platten verschraubt war, hatte man eine völlig neue Lauffläche geschaffen, die den Ansprüchen der Sportler voll und ganz gerecht wurde.

Diese praktisch neue Bahn wurde im Juni 1979 eingeweiht. Fortan konnte der Sportbetrieb zumindest im Sommerhalbjahr wieder auf einer bestens geeigneten Freifläche stattfinden. Die Freude über die neue Bahn währte allerdings nur ca. zehn Jahre. Im Zuge neuer Erkenntnisse über die Gesundheitsgefährdung durch Asbestfasern wurde auch eine Prüfung der asbesthaltigen Lauffläche durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass eine weitere Benutzung untersagt werden musste. Die nutzungsbedingte Freisetzung von Asbestfasern war einfach zu gefährlich. Die Platten wurden deshalb abgebaut und entsorgt. Einige Jahre später die Fläche zu einem Kleinspielfeld umgewandelt. Heute tummeln sich dort die jüngsten Fußballspieler/innen.

Der auf die Halle beschränkte Sportbetrieb wurde noch einige Jahre fortgesetzt. Nach dem Wohnsitzwechsel der Abteilungsleiterin Karin Lentge und durch die Abwanderung zu anderen Vereinen kamen die Aktivitäten jedoch bald zum Erliegen. Niemand kann vorhersagen, ob es eines Tages wieder eine Rollsportabteilung bei der SVG geben wird, der Traum von einer Freiluftbahn dürfte jedoch für eine sehr lange Zeit ausgeträumt sein.

American Football

Als die Footballer 1995 vom damals noch existenten 1. SC Göttingen 05 zur SVG gewechselt waren, hatte man sich bestimmt eine längere Zusammenarbeit vorgestellt. Die Sache ließ sich zunächst auch gut an. Da auf dem A-Platz pro Saison nur verhältnismäßig wenig Spiele ausgetragen wurden, hatten sich die Fußballmannschaften mit diesem zusätzlichen Nutzer ganz gut arrangiert, auch wenn so mancher Spieler durch das hinter den Fußballtoren errichtete „Gestänge“ beim Torschuss verunsichert war.

Zur ansonsten uneingeschränkten Akzeptanz trugen nicht nur die Footballspieler selbst, sondern auch ihre sehens- und hörenswerte Cheerleadergruppe bei. So manches Heimspiel wurde auf diese Weise zu einem fröhlichen Football-Fest.

Nachdem sich die Querelen in der Vereinsführung im Jahr 1998 auf alle Bereiche des Vereins negativ ausgewirkt hatten, war es letztlich nicht mehr möglich, die entstandenen Probleme zu lösen und wieder eine gemeinsame Basis zu finden. Folgerichtig kam es 1999 zur endgültigen Trennung. Der Versuch, bei der SVG eine neue – wenn auch vom Fußball nicht weit entfernte – Sportart auf Dauer zu etablieren, war damit gescheitert.

Handball

Über die ersten Schritte der Handball-Abteilung nach der Gründung durch Willi Görder und seinen Sohn Arthur im Jahre 1927 ist nicht viel bekannt. In einer "vereinsgeschichtlichen Betrachtung“ von 1929 hat Fritz Hahne, damals SVG-Geschäftsführer, dazu folgendes ausgeführt: „Die Handballabteilung der SVG ist noch recht jung. Wir konnten aber auch hier schon einen beachtlichen Fortschritt feststellen. Im Handball-Meisterschaftswettbewerb errangen wir den dritten Platz. Gerade der Handballsport hat eine Zukunft und es soll Vereinsaufgabe sein, an der Förderung dieses Sportes genügenden Anteil zu nehmen."

Offenbar hat man diese Worte beherzigt. Der Handball gewann in der SVG zunehmend an Bedeutung. Auch durch den Zugang von guten Spielern aus dem Inf.-Reg. 17 begünstigt hatte der Verein in den dreißiger Jahren eine der besten Handballmannschaften Südhannovers. Nach den Männern der ersten Stunde (Nörtemann, Hubensack, Mühlenstedt und andere) waren nun Berking, Mintenbeck, Bredemeyer, Meise, Ilse, Wilhelm, Utgenannt u.a. für die bei Verbands- und Gesellschaftsspielen erzielten Erfolge verantwortlich.

Auch im Handball gab es keine Winterpause. Wenn die Wetter- und Platzverhältnisse es irgendwie zuließen, wurde gespielt, auch wenn bei tiefem Boden das beim Feldhandball unerlässliche „Auftippen“ des Balles praktisch nicht möglich war. Bei widrigen Verhältnissen endeten manche Spiele deshalb nur mit 3 : 1 oder 3 : 2 Toren. Es galt der Grundsatz: Wenn eine Mannschaft angereist ist, soll auch gespielt werden. Es war ohnehin schwierig genug, immer die erforderlichen Transportmittel zu beschaffen.

Es liegt auf der Hand, dass auch die Handballer in den ersten Nachkriegsjahren mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Hauptsächlich den Bemühungen von Heinrich „WuZ“ Vollbrecht ist es zu verdanken, dass schon im Februar 1946 wieder eine Mannschaft antreten konnte. Das auf dem Uni-Sportplatz ausgetragene Spiel gegen TK 46 bestritten: O. Becker, W. Fischer, H. Köhne, H. Kramer, G. Lüdtke, W. Neumann, R. Mensch, C. Reichelt, K. Spönemann, W. Steingräber und H. Vollbrecht.

Der folgende Aufschwung wird durch die Meisterschaften und Aufstiege 1948 (Bezirksliga) und 1950 (Süd-Niedersachsenliga) belegt. 1950 waren dabei: Henze, Vollbrecht, Kock, Fritzsche, Jannot, Meißner, Brombach, Gaertych, Steingräber, Dr. Wagner, Neumann, Brakel, Knoche und Ehrhardt. Außerhalb des Spielfeldes traf man sich bei Wallbrecht und Zimmermann (daher stammt Heinrich Vollbrechts Beiname „WuZ“). Die in dieser Zeit entstandenen, über das sportliche Miteinander weit hinausgehenden Freundschaften führten später zur Bildung einer einzigartigen Gemeinschaft, dem Verein ehemaliger Handballer (intern VHH). Dieser Freundeskreis hat bis heute Bestand. Naturgemäß ist der Kreis kleiner geworden, die Mitglieder älter. Bei der jährlichen Zusammenkunft steht deshalb der Austausch von Erinnerungen in geselliger Runde im Vordergrund. Das früher traditionelle Spiel „SVG-alt“ gegen „SVG-noch nicht so alt“ fand zuletzt Mitte der achtziger Jahre statt.

Mit der Einführung der einteiligen Niedersachsenliga wurde die Mannschaft 1954 in die Bezirksliga zurückgestuft; sie konnte sich dort bis 1959 halten.

Ein besonderer Leckerbissen wurde dem Göttinger Publikum geboten, als anlässlich des 50jährigen Jubiläums der SVG der mehrfache deutsche Meister Hassee Winterbek (jetzt THW Kiel) zum Sandweg kam. Über 2.000 Zuschauer waren von der meisterlichen Handballdemonstration der Gäste mit ihrem Spielmacher Hein Dahlinger begeistert. Die SVG konnte zunächst mithalten, musste sich am Ende aber doch deutlich mit 11 : 21 geschlagen geben. Die Tore für die SVG erzielten: Göpel, Allwardt, Bertram, Tschaffon und Vollbrecht. Im Vorspiel standen sich die Frauenmannschaften der SVG und Göttingen 05 gegenüber. Die Mannschaft der SVG hatte sich gerade erst neu formiert, sodass die deutliche Niederlage gegen 05 nicht unerwartet kam.

Seit Mitte der fünfziger Jahre wurde auch im Hallenhandball um Punkte gespielt. Nach anfänglichen Erfolgen konnte die SVG zweimal hintereinander den Abstieg nicht vermeiden. Nachdem viele ältere Spieler aufgehört hatten, dauerte es einige Zeit, bis mit jüngeren Spielern die alte Spielstärke wieder erreicht werden konnte. Für den neuen Abteilungsleiter Werner Lotze war es daher nicht leicht, den bei den Herren und bei der Jugend gleichermaßen erforderlichen Neuaufbau zu organisieren. Es ging wieder aufwärts, als mit steigender Mitgliederzahl endlich eine zweite Herrenmannschaft gemeldet werden konnte.

1967 konnten die Herren im Feld und in der Halle wieder in der Bezirksliga spielen. Trainer war damals der Nationalspieler Felix Schmacke. 1969 wurde mit Platz zwei nur knapp der Aufstieg in die Oberliga verpasst. Auch in den folgenden Jahren waren die Herren in der Feldhandball-Bezirksliga immer oben dran, bis ab 1976 in Deutschland generell kein Feldhandball mehr gespielt wurde.

Die Übernahme der Jugendarbeit durch Gerhard Kohlstruck im Jahr 1965 machte sich schnell bezahlt. Der Aufstieg in die Bezirksleistungsklasse 1966 war ein schöner Erfolg. Allerdings fehlte die Breite. Es war kaum möglich, die beim Übergang in die nächste Altersstufe entstehenden Lücken durch Spieler der jüngeren Jahrgänge auszugleichen. Dieses Manko bestand auch in den folgenden Jahren. Punktuelle Erfolge und ein vorübergehender Anstieg der Mannschaftsmeldungen zu Beginn der achtziger Jahre können darüber nicht hinwegtäuschen. Am Engagement der vielen ehemaligen Spielerinnen und Spieler, die in der Abteilungsführung, als Trainer und Betreuer (manchmal auch alles gleichzeitig) tätig waren, hat es bestimmt nicht gelegen. Karl-Heinz Abel, Jürgen Lohs, Barbara und Reinhard Brix und viele andere haben sehr gute Arbeit geleistet. Ein Problem konnten sie nicht lösen: Bei der SVG drehte sich zunächst einmal alles um den Fußball. Alle anderen mussten erst einmal selbst zurechtkommen.

Bei den Damen lagen die Dinge etwas anders. Zumeist waren es nur Zeiträume von etwa fünf Jahren, in denen eine oder zwei Damenmannschaften spielten. Der Anfang wurde in den dreißiger Jahren gemacht. Über den damaligen Spielbetrieb ist allerdings nichts Näheres bekannt. Von 1956 bis 1961 hat wieder eine Damenmannschaft am Spielbetrieb teilgenommen. Obwohl die Mannschaft recht erfolgreich war, standen zum Schluss nicht mehr genug Spielerinnen zur Verfügung. Die Ausfälle durch Ortswechsel, Mutterschaft usw. konnten nicht kompensiert werden. 1966 gab es einen Neubeginn mit einer überwiegend aus Jugendlichen bestehenden Mannschaft. Da das Gros der Mannschaft einige Jahre zusammenhielt, blieben Erfolge nicht aus. Auch hier zeigte sich nach ca. fünf Jahren, dass man bei fehlendem Nachwuchs mit einem relativ kleinen Kader auf Dauer nicht bestehen kann.

1978 wurde wieder eine Damenmannschaft ins Leben gerufen. Einige Frauen und Freundinnen von Spielern der Herrenmannschaft waren mit von der Partie, sodass die Mannschaft in der gesamten Abteilung einen starken Rückhalt hatte. Nach zwei Aufstiegen wurde 1982 die Bezirksklasse erreicht. Die Chancen für eine positive Weiterentwicklung standen gut, weil die weibliche Jugend zu Beginn der achtziger mit zwei bzw. drei Mannschaften im Spielbetrieb standen. Damit hätten die aus früheren Jahren bekannten Nachwuchsprobleme nach und nach gelöst werden können. Es kam jedoch anders. Nach internen Unstimmigkeiten verließ fast die komplette Damenmannschaft den Verein und wechselte zur Konkurrenz. Danach hat es für die Meldung einer Damenmannschaft nicht mehr gereicht.

Nachdem die Herrenmannschaft in die Niederungen des Kreises abgerutscht war, wurde mit der Verpflichtung des Trainers Reinhard Vollbrecht 1981 der Versuch gestartet, nach und nach zu alter Spielstärke zurückzufinden. Danach ging es zwar leicht nach oben, ein Durchbruch in die Richtung höherer Spielklassen gelang jedoch bis in die späten achtziger Jahre nicht. Danach war wieder ein Abwärtstrend festzustellen. Der Versuch, die entstandenen Probleme durch eine Spielgemeinschaft mit Tuspo Göttingen zu lösen, scheiterte. Seit 1992 findet Handball in Göttingen ohne eine Mannschaft der SVG statt.

Das letzte wirkliche Highlight der SVG-Handballer liegt schon 25 Jahre zurück. Zum 75jährigen Vereinsjubiläum konnte 1982 der Bundesligist Grün-Weiß Dankersen nach Göttingen verpflichtet werden.

Leichtathletik

Schon Mitte der zwanziger Jahre haben Fußballspieler der SVG an leichtathletischen Wettkämpfen teilgenommen. Man vertrat damals die Auffassung, dass sich die Fußballspieler auch durch leichtathletische Übungen körperlich weiterentwickeln sollten. Auch nach der Gründung einer eigenständigen Abteilung gegen Ende der zwanziger Jahre kam die Sache nicht so recht in Schwung. Auch in den dreißiger Jahren konnte sich die Leichtathletik bei der SVG nicht so recht durchsetzen. Häufig waren es wohl Fußball- und Handballspieler, die nebenbei auch leichtathletische Wettkämpe bestritten. Nach dem 2. Weltkrieg gab es keinen Versuch, erneut eine Leichtathletik-Abteilung zu gründen.

Es gab sie wirklich: Leichtathleten bei der SVG. Das nebenstehende Foto stammt aus dem Nachlass von Walter Hubensack, der seit der Gründerzeit viele Jahre als Fußball- und Handballspieler aktiv war.Es gab sie wirklich: Leichtathleten

Tischtennis und Hockey

Von beiden Sportarten ist nur bekannt, dass es in den dreißiger Jahren entsprechende Abteilungen gab, mit regelmäßigem Trainings- und Wettkampfbetrieb.

Boxen

Auch für den Boxsport gab es in den dreißiger Jahren bei der SVG eine eigene Abteilung. Ganz allgemein war diese Sportart damals in Deutschland stärker verbreitet als heute. Über die Aktivitäten der SVG-Boxer sind aus dieser Zeit jedoch keine Aufzeichnungen vorhanden.

Knapp 50 Jahre später gab es ab 1987 wieder eine Boxsport-Abteilung. Fast eine komplette Boxstaffel war von Göttingen 05 zur SVG gewechselt. Zusammen mit einigen reaktivierten Kämpfern standen nach einiger Zeit ca. 15 Aktive im Training. Auch wenn nicht alle Gewichtsklassen besetzt werden konnten, wurden doch etliche Wettkämpfe bestritten und zwei größere Veranstaltungen in Göttingen organisiert.

Ausgelöst durch einige Unregelmäßigkeiten sah sich der Vorstand im Jahre 1990 veranlasst, diese Abteilung nach nur dreijährigem Bestehen wieder aufzulösen.

Karate

Nur ein kurzes Gastspiel gaben die Karateka in den neunziger Jahren. Die mit großem Elan gestartete Gruppe löste sich schnell wieder auf, als der sportliche Leiter nicht mehr zur Verfügung stand.

Gymnastik

Seit jeher ist die Gymnastik eine Domäne der Frauen. Dies` war bei der SVG nicht anders, als 1982 eine Gymnastik-Abteilung gegründet wurde. Erste Leiterin war Hella Vollbrecht. Unter fachlicher Anleitung nahmen regelmäßig zehn bis fünfzehn Frauen an den wöchentlichen Übungsstunden teil. Ende 1988 übernahm Elisabeth Liehr die Abteilungs-leitung. Nach gesundheits- und altersbedingtem Ausscheiden einiger Mitglieder wurde die Gruppe 1993 zu klein. Es war daher nicht mehr vertretbar, eine Hallenzeit zu beantragen.

Basketball

Erst 1938 wurde das Basketballspiel in Göttingen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Auf dem Jahnplatz und in zwei Turnhallen (Bürgerstraße und Böttinger Straße) wurden entsprechende Spielgeräte aufgestellt. Nachdem es Ende Oktober 1938 bereits einen Vortrag und eine Lehrvorführung gegeben hatte, führte Reichstrainer Hugo Morero im Januar 1939 einen fünftägigen Lehrgang durch. Eine der sechs Mannschaften, die zum Abschluss des Lehrgangs ein Turnier spielten, stellte die SVG.

Noch im Frühjahr 1939 wurde eine richtige Spielrunde ausgetragen, an der sich der Polizei-Sportverein, 05, die Turnerschaft 1846 und die SVG beteiligten. Sieger wurde die Turnerschaft 1846. Die Mannschaft der SVG setzte sich aus Spielern der Fußball- und Handballmannschaften zusammen. Eine Basketballabteilung gab es nicht.

Durch den Kriegsbeginn im Herbst 1939 gab es eine einjährige Spielpause. An der ab Januar 1941 ausgespielten Stadtmeisterschaft nahmen schon acht Mannschaften teil. Die SVG gewann ihre Gruppenspiele und auch das Endspiel gegen die AVA; sie war damit Stadtmeister und Gewinner des vom Oberbürgermeister gestifteten Pokals. Ein Jahr später haben sechs Mannschaften an der Stadtmeisterschaft teilgenommen. Erneut standen sich im Endspiel die SVG und die AVA gegenüber. Diesmal gewann die AVA vor rund 400 Zuschauern den Titel.

Auf Grund der Kriegsereignisse wurde der Spielbetrieb im Winterhalbjahr 1942/43 eingestellt. Es ist nicht bekannt, wann die SVG-Spieler nach dem Krieg wieder mit dem Basketball begonnen haben. Ebenso lässt sich den zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht entnehmen, nach welchem Modus im Jahre 1947 der Niedersachsenmeister ermittelt wurde. Fest steht aber, dass die Spielvereinigung Göttingen als „Meister von Niedersachsen“ an der vom 14. bis 16. November 1947 in Darmstadt durchgeführten Deutschen Basketballmeisterschaft teilgenommen hat. Da über dieses Ereignis in der SVG-Historie bisher nicht berichtet wurde, hier einige Einzelheiten aus dem Programmheft:

An der Meisterschaft haben acht Mannschaften teilgenommen. In den Gruppenspielen musste die SVG gegen M.T.S.V. Schwabing München, S.V. Prag Stuttgart und Bad Kreuznach antreten. Mannschaftsleiter war Ferdinand Asmus, damals 1. Vorsitzender der SVG. Dem Aufgebot mit Emil Göing, Thomas Berron, Wilhelm Grimm, Hans Heidecker, Lothar Knaak, Heinz Noltemeier, Walter Ostmann, Willi Scheffler, Rolf Westernhagen und Diether Wurr ist zu entnehmen, dass sich die SVG mit einigen Spielern anderer Göttinger Vereine verstärkt hatte. Trotzdem konnte nur eines von drei Gruppenspielen gewonnen werden, sodass die SVG als Gruppendritter nicht in die Endrunde kam. Das Endspiel gewann Schwabing München gegen Hamburg.

Einem Bericht über die Anfänge des Basketballspiels in Göttingen von August Schütte (Ehrenvorsitzender des Stadtsportbundes und des ASC Göttingen) ist zu entnehmen, dass bis 1942 folgende Spieler bei der SVG auch im Basketball aktiv waren: Poppe, Algermissen, Koch, Messerschmidt, Westernhagen, Berron, Becker, Wedemeier, Oelsen, Fischer, Knüppel, Säume. Etliche dieser Namen lassen sich auch heute noch den damaligen Handball- und Fußball-mannschaften zuordnen. Auch später waren Aktivitäten in mehreren Sparten durchaus üblich. Diese Tatsache allein dürfte somit nicht der Grund für das plötzliche Ende des Basketballspiels bei der SVG gewesen sein. Sei es wie es sei: eine schöne Erinnerung ist es allemal.