Basketball

Erst 1938 wurde das Basketballspiel in Göttingen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Auf dem Jahnplatz und in zwei Turnhallen (Bürgerstraße und Böttinger Straße) wurden entsprechende Spielgeräte aufgestellt. Nachdem es Ende Oktober 1938 bereits einen Vortrag und eine Lehrvorführung gegeben hatte, führte Reichstrainer Hugo Morero im Januar 1939 einen fünftägigen Lehrgang durch. Eine der sechs Mannschaften, die zum Abschluss des Lehrgangs ein Turnier spielten, stellte die SVG.

Noch im Frühjahr 1939 wurde eine richtige Spielrunde ausgetragen, an der sich der Polizei-Sportverein, 05, die Turnerschaft 1846 und die SVG beteiligten. Sieger wurde die Turnerschaft 1846. Die Mannschaft der SVG setzte sich aus Spielern der Fußball- und Handballmannschaften zusammen. Eine Basketballabteilung gab es nicht.

Durch den Kriegsbeginn im Herbst 1939 gab es eine einjährige Spielpause. An der ab Januar 1941 ausgespielten Stadtmeisterschaft nahmen schon acht Mannschaften teil. Die SVG gewann ihre Gruppenspiele und auch das Endspiel gegen die AVA; sie war damit Stadtmeister und Gewinner des vom Oberbürgermeister gestifteten Pokals. Ein Jahr später haben sechs Mannschaften an der Stadtmeisterschaft teilgenommen. Erneut standen sich im Endspiel die SVG und die AVA gegenüber. Diesmal gewann die AVA vor rund 400 Zuschauern den Titel.

Auf Grund der Kriegsereignisse wurde der Spielbetrieb im Winterhalbjahr 1942/43 eingestellt. Es ist nicht bekannt, wann die SVG-Spieler nach dem Krieg wieder mit dem Basketball begonnen haben. Ebenso lässt sich den zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht entnehmen, nach welchem Modus im Jahre 1947 der Niedersachsenmeister ermittelt wurde. Fest steht aber, dass die Spielvereinigung Göttingen als "Meister von Niedersachsen" an der vom 14. bis 16. November 1947 in Darmstadt durchgeführten Deutschen Basketballmeisterschaft teilgenommen hat. Da über dieses Ereignis in der SVG-Historie bisher nicht berichtet wurde, hier einige Einzelheiten aus dem Programmheft:

An der Meisterschaft haben acht Mannschaften teilgenommen. In den Gruppenspielen musste die SVG gegen M.T.S.V. Schwabing München, S.V. Prag Stuttgart und Bad Kreuznach antreten. Mannschaftsleiter war Ferdinand Asmus, damals 1. Vorsitzender der SVG. Dem Aufgebot mit Emil Göing, Thomas Berron, Wilhelm Grimm, Hans Heidecker, Lothar Knaak, Heinz Noltemeier, Walter Ostmann, Willi Scheffler, Rolf Westernhagen und Diether Wurr ist zu entnehmen, dass sich die SVG mit einigen Spielern anderer Göttinger Vereine verstärkt hatte. Trotzdem konnte nur eines von drei Gruppenspielen gewonnen werden, sodass die SVG als Gruppendritter nicht in die Endrunde kam. Das Endspiel gewann Schwabing München gegen Hamburg.

Einem Bericht über die Anfänge des Basketballspiels in Göttingen von August Schütte (Ehrenvorsitzender des Stadtsportbundes und des ASC Göttingen) ist zu entnehmen, dass bis 1942 folgende Spieler bei der SVG auch im Basketball aktiv waren: Poppe, Algermissen, Koch, Messerschmidt, Westernhagen, Berron, Becker, Wedemeier, Oelsen, Fischer, Knüppel, Säume.

Etliche dieser Namen lassen sich auch heute noch den damaligen Handball- und Fußball-mannschaften zuordnen. Auch später waren Aktivitäten in mehreren Sparten durchaus üblich. Diese Tatsache allein dürfte somit nicht der Grund für das plötzliche Ende des Basketballspiels bei der SVG gewesen sein. Sei es wie es sei: eine schöne Erinnerung ist es allemal.